Businessplan Handwerk
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Businessplan Handwerk

Peter Müller ist Schreinermeister und möchte eine GmbH gründen, um ein hochwertiges Regalsystem aus Massivholz zu vertreiben. Mit Lexware Businessplan kann er seine Geschäftsidee detailliert ausarbeiten.
(Hinweis: Die gewählten Zahlen im Beispiel sind fiktiv).

In Stein gemeißelt oder glatt gehobelt: Tipps zur Existenzgründung für Handwerker

Einzigartig fügt sich das massive Regal in die Nische des Büros. Die Chefin lächelt glücklich. So lange hat sie nach einem Schrank mit passenden Maßen gesucht. Nach einem System, das einfach aufzubauen und doch individuell ist. Das edle Design fügt sich wohltuend in das Gesamt-Ambiente ihres kleinen Ladens ein.

Das Handwerk ist herausfordernd: Es verbindet Tradition mit Moderne wie kaum ein anderer Beruf. Du willst Dich als Schreiner, Bäcker, Steinmetz oder in einem anderen Handwerksberuf selbstständig machen? Klasse! Mach Dich mit den Voraussetzungen und gesetzlichen Bestimmungen vertraut, bevor Du Deinen Businessplan für das Handwerk erstellst. Wir haben für Dich die wichtigsten Businessplantipps zusammengestellt.

1. Branchen-Infos: Daten und Fakten zum Handwerk

„Handwerk hat goldenen Boden“: Ganz schön alt ist der Spruch. Und immer noch aktuell. Zurecht können Handwerker selbstbewusst sein. Denn die Menschen legen wieder Wert auf solides Handwerk – und auf Qualität.

Rund eine Million meist kleine und mittelständische Handwerksbetriebe gibt es in Deutschland. Besonders viel gehobelt, gebacken, gemeißelt oder gemauert wird in Nordrhein-Westfalen. Im Ruhrgebiet und in vielen ländlichen Gebieten weiß man schon seit Jahren, dass Maschinen einiges, aber eben nicht alles ersetzen können. Zum Beispiel backt man vielfach Brötchen wieder direkt vor Ort, individuell gefertigte Regale und Schränke ersetzen Massenproduktionen und Kleider werden aus nachhaltigen Stoffen maßgeschneidert. Wer ein Handwerk erlernt und ausübt, tut das sehr bewusst. Und mit Leidenschaft. Mehr als 560 Millionen Euro setzt das Handwerk inzwischen jährlich um. Tendenz weiter steigend, sagen Experten.

Was verdienst Du als Handwerker? Ist der Bereich, in dem Du Dich selbstständig machen willst, lukrativ? Das Statistische Bundesamt gibt regelmäßig entsprechende Konjunkturdaten und Berichte heraus. Hilfreiche Statistiken zum Handwerk finden sich auch bei Statista. Hau also nicht einfach so auf den Putz. Prüfe vorab, ob der zu erwartende Umsatz ausreicht, um Dich und Deine Familie zu ernähren.

Ein starker Wille, Ausdauer und die Fähigkeit zur Selbstkritik sind Voraussetzungen, um Dich selbstständig zu machen und damit erfolgreich zu sein. Es reicht aber nicht aus, mit der Holzhammer-Methode loszulegen. Sei Dir im Klaren, dass Deine handwerklichen Fähigkeiten nur das eine sind. Als Unternehmer musst Du mehr können. Die Konkurrenz ist groß. Zimmere Dir Deinen Betrieb so, dass er sich von anderen unterscheidet. Wir zeigen Dir anhand des Businessplans für einen Schreiner beispielhaft, auf was Du bei der Existenzgründung im Handwerk achten musst.

2. Voraussetzungen für den Start in die Selbstständigkeit

Bist Du Schreiner, Tischler oder Maler? Dann hast du hoffentlich Deine Meisterprüfung absolviert und bestanden. Denn das ist die wichtigste rechtliche Voraussetzung, um Dich in diesen Berufen selbstständig zu machen. Die Meisterqualifikation ist in 41 zulassungspflichtigen Berufen im Handwerk notwendig, um ein Unternehmen gründen zu können. Welche Berufe das im Einzelnen sind, erfährst Du bei der Handwerkskammer in Deiner Region.

Du bist kein Meister? Oder noch nicht? Unter bestimmten Voraussetzungen kannst Du trotzdem mit einem eigenen Unternehmen starten und in die Handwerksrolle eingetragen werden. Frage hierzu ebenfalls am besten bei Deiner regionalen Handwerkskammer nach. Sie geben Dir genaue Auskunft über die Bedingungen und Ausnahmen für eine Selbstständigkeit im Handwerk.

Was gibt es noch zu beachten? Wenn Du Dich selbstständig machen willst, musst Du das bei verschiedene Behörden anmelden. Auch hier hilft Dir die Handwerkskammer weiter. Folgende Punkte solltest Du auf jeden Fall auf dem Schirm haben:

3. Tipps für Deinen Businessplan

Achte als Handwerker beim Ausarbeiten Deiner Geschäftsidee vor allem auf folgende Punkte:

Tipp Nr. 1:
Wer sind Deine Mitbewerber? Nimm Dir Zeit für eine ausführliche Marktanalyse.

Wie viele Handwerker gibt es in Deiner Stadt? Schau in Telefon- und Branchenbüchern nach und recherchiere im Internet. Suche dort nicht nur über eine Suchmaschine wie Google, sondern prüfe auch die Angebote auf Vermittlungs- und Versteigerungs-Portalen, wie zum Beispiel myhammer.de. Regionale Handwerksbetriebe findest Du des Weiteren in Kleinanzeigen oder offline in Tageszeitungen und Anzeigen-Magazinen.

Frage Dich:

So erhältst Du ein realistisches Bild von der Wettbewerbssituation, der Du Dich stellen musst. Arbeite nun im Businessplan Handwerk heraus, was Dich im Vergleich zu Deinen Konkurrenten einzigartig macht.

Tipp Nr. 2:
Willst Du allein oder zu zweit arbeiten? Oder zu dritt? Oder zu viert?

Willst Du Mitarbeiter anstellen? Denke frühzeitig darüber nach, was Du allein schaffen kannst und ab wann Du Unterstützung benötigst. Oder in welchen Bereichen Angestellte effektiver arbeiten könnten als Du. Bist Du gerne beim Kunden vor Ort, Büro-Arbeiten hingegen quälen Dich? Suche Dir jemanden, dem genau diese Aufgaben Spaß machen. Was erwartest Du also von Deinen Mitarbeitern? Mach Dir eine Liste und formuliere passende Stellenbeschreibungen.

Tipp Nr. 3:
Kalkuliere Deine Finanzen im Businessplan so detailliert wie möglich.

Den Finanz- bzw. Zahlenteil in Deinem Unternehmenskonzept solltest Du mit großer Sorgfalt erstellen.

Ach, ich brauche ja nicht viel am Anfang. Werkzeug habe ich schon, ein Auto auch. Damit kann ich ja schon einmal loszimmern und hämmern. Meinst Du. Denkst Du wirklich, das reicht? Du wirst gerade am Anfang viel mehr Geld benötigen als du vielleicht im ersten Moment denkst.

Nimm Dir Zeit, um den Kapitalbedarf für Deine Gründung exakt zu ermitteln. Denn Du wirst in Vorkasse gehen müssen. Wie wo was? In der Regel wirst Du bezahlt, wenn Du Deine Arbeit geleistet hast. Du gehst hoffentlich keinen Betrügern auf den Leim. Manchmal muss man aber lange warten, bis die gestellte Rechnung bezahlt wird. All das solltest Du bereits vor der Gründung im Handwerk einplanen.

Denke vorher daran, Du brauchst Geld für

Außerdem musst Du in Deiner Planung bereits Kosten berücksichtigen für

Erstelle Dir eine Liste Deiner Kosten. So bekommst Du einen Überblick und erkennst, wie hoch die gesamten Ausgaben sein werden. Mit welche Einnahmen planst Du? Reichen diese, um die Kosten zu decken? Kannst Du damit einen Gewinn erwirtschaften?

Mit so hohen Beträgen in Sachen Finanzierung hast Du nicht gerechnet? Sei kein Holzwurm. Als Existenzgründer erhältst Du finanzielle Förderungen. Die Möglichkeiten und Bedingungen sind nicht in Stein gemeißelt, sondern ändern sich laufend. Frage am besten bei Deiner Hausbank nach. Auch die Handwerkskammern bieten Beratungen zu speziellen Gründungszuschüssen an. Informiere Dich zudem, ob ein Förderprogramm für Dich in Frage kommt.

4. Wichtige Anlaufstellen

Anträge und Genehmigungen: Bei welcher Behörde muss ich was anmelden?

Wie im Punkt „Voraussetzungen für den Start in die Selbstständigkeit“ bereits erläutert, musst Du als selbstständiger Handwerker bestimmte Genehmigungen und Lizenzen vorweisen. Wo beantragst Du was? Hier die wichtigsten Anlaufstellen:

  1. ZDH – Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V.: www.zdh.de
  2. Übersicht Handwerkskammernwww.zdh.de/organisationen-des-handwerks/handwerkskammern
  3. BdH – Bundesverband Betriebswirte des Handwerks e.V.: www.betriebswirte-hwk.de
  4. BKGG – Bundeskreditgarantiegemeinschaft des Handwerks GmbH:
    Mohrenstraße 20-21
    10117 Berlin

    Postfach 11 04 72
    10834 Berlin

    Telefon: 030 / 20619 260
    Fax: 030 / 20619 59 260
  5. BTZ – Berufsbildungs- und Technologiezentrum des Handwerks GmbH: www.btz-handwerk.de
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