Stärken und Schwächen unter der Lupe: So hilft Dir eine SWOT-Analyse bei der Existenzgründung

Du hast bereits eine Geschäftsidee erarbeitet ...

und weißt auch schon, welche Rechtsform die richtige ist? Prima! Das allein reicht jedoch nicht. Du solltest auch die Stärken und Schwächen Deines Unternehmens ganz genau kennen. Lies hier, wie Dir eine fundierte SWOT-Analyse bei der Strategieplanung und bei Deinem Businessplan weiterhilft.

SWOT

Was ist eine SWOT-Analyse? Und warum ist eine SWOT-Analyse gerade für mich als Existenzgründer wichtig?


„Die SWOT-Analyse ist ein Werkzeug, das Dir bei der strategischen Planung hilft. SWOT steht für „strengths, weaknesses, opportunities, threats“ – also Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken.“

Kann man Produkte, Verhalten und Entwicklungen einschätzen, noch bevor man ein Unternehmen startet? Man kann. Mit Hilfe einer SWOT-Analyse lassen sich die Potentiale und Schwachstellen Deiner Geschäftsidee offenlegen (Unternehmensanalyse) sowie die externen Rahmenbedingungen näher begutachten, die den Erfolg Deines Unternehmens, Deines Produkts oder Deiner Dienstleistung maßgeblich beeinflussen (Umfeldanalyse).

Dank einer SWOT-Analyse kannst Du also frühzeitig erkennen,

Aus diesen Erkenntnissen lassen sich eine detaillierte Positionierung vornehmen, eine Gesamtstrategie für das Management ausarbeiten und auch einzelne Marketing-Aktionen ableiten:

Allein diese kurzen Ausführungen zeigen bereits: Wenn Du als Gründer die SWOT-Analyse richtig und konsequent anwendest, dann hast Du ein mächtiges Instrument zur Hand und kannst den Ist-Zustand detailliert abbilden! Eine gute SWOT-Analyse gibt Dir selbst die Grundlage für eine stabile Unternehmensplanung. Und auch von Kapitalgebern wird eine gewissenhaft erarbeitete SWOT-Analyse gerne gesehen.

Übrigens: Du solltest eine SWOT-Analyse nicht bloß einmalig zum Zeitpunkt der Gründung erstellen, sondern am besten in regelmäßigen Abständen überprüfen, ob Deine Annahmen und Einschätzungen noch korrekt sind oder ob Du gewisse Punkte überarbeiten musst. Denn nur so kannst Du auf Veränderungen im Markt rechtzeitig reagieren und bleibst mit Deinem Business dauerhaft auf Erfolgskurs.

Wie funktioniert eine SWOT-Analyse? Wie gehe ich im Detail vor?

In der Theorie kann man grundsätzlich zwischen einer einfachen SWOT-Analyse und der sogenannten SWOT-Matrix unterscheiden:

einfache SWOT-Analyse
SWOT-Matrix

Für die Praxis empfiehlt es sich, beide Modelle nacheinander zu bearbeiten. Daraus ergibt sich folgende Vorgehensweise:

Schritt eins: Informationen zusammentragen 

Recherchiere zunächst alle relevanten Daten und Fakten, die mit dem Umfeld Deines Unternehmens zusammenhängen. Sie beschreiben den Markt.

Das können sein:

Befasse Dich nun nochmal näher mit Deinem Geschäftsvorhaben. Beschreibe …

Schritt zwei: Eine einfache SWOT-Analyse erstellen

Beginne jetzt damit, die gesammelten Informationen zu sichten und zu sortieren.

  1. Wo liegen die Stärken? Wo die Schwächen?

    Betrachte möglichst objektiv, wo es Potentiale und auch Defizite in Deinem Geschäftsmodell gibt –
    im Vergleich zum Wettbewerb. Schreibe alles auf.

    Was genau schreibe ich nur? Betrachte Dein zukünftiges Unternehmen und Dein Produkt einmal von außen:

    Welche Alleinstellungsmerkmale besitzt Du? Worin bis Du richtig gut? Was kann Dein Unternehmen voraussichtlich besser als die Mitbewerber?

    Was fällt Dir im Gegensatz dazu schwer? Was fehlt Deinem Unternehmen oder Deinem Produkt im
    Vergleich zur Konkurrenz?

    Wichtig: Sei ehrlich. Beschönige offensichtliche Schwächen nicht. Hebe andererseits Deine
    Stärken nicht unnötig auf ein Podest.
  2. Welche Chancen gibt es? Und welche Risiken?

    Aus den gesammelten Informationen von Schritt eins kannst Du auch ableiten, in welchen Marktsegmenten Du die größten Wachstumschancen hast, welche Trends Du auf gar keinen Fall verpassen solltest und wie Du Dein Produkt strategisch ausrichten kannst.

    Daneben lässt sich herausarbeiten, ob es aktuelle Entwicklungen oder Bedingungen gibt, die Dein Unternehmen schwächen könnten. Wo drohen mögliche Gefahren? Gibt es bestimmte Konkurrenten, die Du besonders im Blick behalten solltest? usw.

    Wichtig: Umso mehr Informationen Dir zum Markt und zu Deinen Wettbewerbern vorliegen,
    desto besser kannst Du die Chancen und Risiken einschätzen.

Übertrage Deine Erkenntnisse in das Schema der einfachen SWOT-Analyse. Du kannst hier unsere kostenlose PDF-Vorlage herunterladen.

Schritt drei: Weitere Auswertungen mit Hilfe der SWOT-Matrix

Du kannst Deine Strategieplanung noch weiter verfeinern, indem Du die SWOT-Matrix verwendest. Es handelt sich dabei um eine „Vier-Felder-Matrix“, die aus der Verknüpfung aller vier Ausprägungen gebildet wird. Es ist ein wenig wie ein Puzzle. Sieh Dir die einzelnen Punkte der Reihe nach an und mache Dir jeweils Notizen:

StaerkenChancen
1. Stärken-Chancen-Kombination: Welche Stärken kannst Du intensivieren, um Deine Chancen noch besser zu nutzen? Hier geht es also darum, Deine vorhandenen Potentiale mit den Chancen zu verbinden (Matching-Strategie) und Deine Stärken dann bewusst weiterzuentwickeln und auszubauen.
2. Schwächen-Chancen-Kombination: Gibt es Schwächen, die Du eliminieren kannst, um Deine Chancen noch besser nutzen? Hier solltest Du also überlegen, welche Schwächen Du angehen und zu Stärken umwandeln kannst bzw. wo Du aufholen und nacharbeiten solltest (Umwandlungsstrategie).
SchwaechenChancen
StaerkenRisiken
3. Stärken-Risiken-Kombination: Welche Stärken können Dir helfen, um Risiken entgegenzuwirken und Deine Marktposition zu sichern und zu bewahren? Hier geht es darum, wie Du drohende Gefahren frühzeitig aus dem Weg schaffen bzw. abwehren kannst, indem Du hierfür Deine Stärken einsetzt (Neutralisierungsstrategie).
4. Schwächen-Risiken-Kombination: Wo hast Du bzw. Dein Unternehmen Schwächen, die zum Risiko oder zur Bedrohung werden könnten? Wie kannst Du diese Schwächen abbauen, um Gefahren zu vermeiden (Verteidigungsstrategie)?
Schwaechen

Wenn Du für Dich diese Fragen beantwortet hast, kannst Du Deine Erkenntnisse ebenfalls in unsere PDF-Vorlage eintragen.

Schau Dir zum Abschluss alles an: Welche Bereiche und Faktoren Deiner SWOT-Analyse solltest Du als erstes angehen? Wo ist der größte Hebel für Dein Unternehmen? Was lässt sich mit vergleichsweise geringem Zeitaufwand lösen? Lässt sich daraus eine Gewichtung und Priorisierung vornehmen? Welche konkreten Maßnahmen und Arbeitsschritte lassen sich ableiten? Und was bedeutet das für das weitere strategische Vorgehen? Wie sieht Deine unternehmerische Gesamtstrategie aus?

Wir wünschen Dir gutes Gelingen!

Welche Fehler sollte ich bei der SWOT-Analyse kennen und vermeiden?

Eine SWOT-Analyse ist ein brauchbares Modell, um sich mit seiner Geschäftsidee, seinem Unternehmen und Produkt genau auseinanderzusetzen. Das gilt allerdings nur dann, wenn Du ein paar Dinge beachtest.

a) Setze Dir ein klares Ziel

Was willst Du mit der SWOT-Analyse erreichen (= Soll-Zustand)? Willst Du Deine Geschäftsidee unter die Lupe nehmen? Willst Du sehen, wo Dein Unternehmen oder Dein Produkt gerade steht und welche Entwicklungsmöglichkeiten es gibt? Oder willst Du prüfen, welche Marketing-Maßnahmen Dir helfen können?

Wer stattdessen einfach drauflos analysiert, erhält abstrakte Ergebnisse. Die bringen keinen weiter.

b) Besorge Dir im Vorfeld genügend Informationen

Je mehr Daten und Fakten Du über Dein Geschäft und über die Marktsituation gesammelt hast, desto besser wird die SWOT-Analyse funktionieren. Lies Dir hierzu auch den Abschnitt „Wie funktioniert eine SWOT-Analyse? Wie gehe ich im Detail vor?“ durch.

c) Gehe sorgsam vor

Trenne genau: Verwechsle interne Stärken nicht mit externen Chancen. Behalte den Überblick und den roten Faden in der Hand. Diese beiden Bereiche dürfen nicht vermischt werden. Das führt zu ungenauen und teilweise abstrusen Ergebnissen.

Sei ehrlich: Versuche Deine Stärken und Schwächen so realistisch wie möglich einzuschätzen. Es bringt Dir im Endeffekt gar nichts, wenn Du Schwächen unter den Tisch kehrst und Stärken überbewertest.

d) Erst analysieren, dann auswerten

Die SWOT-Analyse gibt Dir einen Überblick. Sie beschreibt Zustände, listet Bedingungen auf. Erst nach diesem Schritt dürfen Bewertung und Auswertung erfolgen. Und erst danach werden Maßnahmen und Strategien abgeleitet. Dies sollte nicht vermischt werden, das bringt Chaos.

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